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Die Zusammensetzung, Verwendung und Auslobung von Kosmetika und Arzneistoffen sind Inhalt verschiedener Gesetze, Verordnungen und Richtlinien. Und genau Diese sind hinsichtlich der Abgrenzung nicht eindeutig geregelt, so dass sich hier mit der Zeit eine Grauzone entwickelt hat.

Ich werde am Beispiel Clotrimazol verdeutlichen, dass es einmal ein Arzneimittel ist und einmal ein Kosmetikum darstellen kann.

Bevor ich über das freigewählte Beispiel informieren und aufmerksam machen möchte, müssen wir uns erst einmal mit der Abgrenzung zwischen Kosmetikum und Arzneimittel auseinandersetzen.

Kosmetika und Arzneimittel werden anhand ihrer Funktionsmerkmale - also entsprechend ihres wesentlichen Verwendungszweckes - voneinander abgegrenzt. Rechtlich ist die Abgrenzung zum Arzneimittel im §25 im Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz (LMBG) - Verbot verschreibungspflichtiger Stoffe - festgeschrieben. Ein Arzneimittel = Pharmazeutikum ist im Arzneimittelgesetz (AMG) definiert.

Kosmetikum (nach LMBG)Pharmazeutikum (nach AMG)
Stoffe und Zubereitungen aus Stoffen,
die dazu bestimmt sind:
Stoffe und Zubereitungen aus Stoffen,
 die dazu bestimmt sind:
- den Körper äußerlich bzw. die
   Mundhöhle zu reinigen
- Krankheiten, Leiden, Körperschäden
  oder krankhafte Beschwerden zu 
  heilen, zu lindern oder zuerkennen
- zur Pflege- menschliche tierische Körper-  
  flüssigkeiten oder Wirkstoffe zu
  ersetzen
- das Aussehen zu beeinflussen- köperfremde Stoffe, Parasiten und
  Krankheitserreger abzuwehren, zu
  beseitigen oder unschädlich zu
  machen
- den Körpergeruch zu beeinflussen/
   parfümieren
- die Beschaffenheit, Zustand oder
   Funktion des Körpers zu beeinflussen
- Geruchseindrücke zu vermitteln- zur Anwendung am oder im
  menschlichen Körper

Also: Bei Arzneimittel gelangen die Stoffe in den gesamten Körper, das heißt, sie wirken systemisch. Sie können auch an anderen Stellen, als an der dem Körper zugeführt, wirken. Dies darf bei Kosmetika nicht passieren (oder doch !).

Also: "Kosmetische Mittel sind Stoffe oder Zubereitungen, die dazu bestimmt sind, äußerlich mit den verschiedenen Teilen des menschlichen Körpers (Haut, Behaarungssystem, Nägel, Lippen und intim Region) oder mit den Zähnen und den Schleimhäuten der Mundhöhle in Berührungen zu kommen, und zwar zu dem ausschließlichen oder überwiegenden Zweck, diese zu reinigen, zu parfümieren, ihr Aussehen zu verändern und oder den Körpergeruch zu beeinflussen und oder um sie in gutem Zustand zu erhalten."

Danach ist z.B. gemäß richterlicher Entscheidung ein Schuppenshampoo, das den antimykotischen Wirkstoff Clotrimazol enthält, als Kosmetikum einzuordnen, auch wenn Clotrimazol sonst in antimykotischen wirksamen, systemisch wirksamen pharmazeutischen Zubereitungen verwendet wird. Entscheidend ist hier unter anderem die Verkehrsauffassung des Verbrauchers und dass keine Aussagen zur Heilung und Linderung von Leiden gemacht werden. Ich weiß ja nicht! Ist die Aufschrift Antischuppenshampoo, also zur Beseitigung von Schuppen keine medizinische Aussage und auch keine Aussage um die Erkrankung/krankhafte Erscheinung zu beseitigen oder zu lindern? Dieses erinnert uns mal wieder an den Verkauf von Arzneimitteln in Drogerien die nicht immer Arzneimittel laut Verbraucherauffassung darstellen oder wie darf man diesen wirr war auffassen?   

Wie in diesem Fall geschildert, soll der Verbraucher die eventl. Ursachen, der Entstehung, von Kopfschuppen eigenständig erkennen und behandeln. Aber kaum ein Verbraucher kennt die drei Haupt-Ursachen von Kopfschuppen, die da wären:

  • falsche Haarpflege
  • Erkrankungen der Kopfhaut
  • schwerwiegende Erkrankungen des Körpers, die unter anderem mit Schuppenbildung auf der Kopfhaut verbunden sind

Zwei von den drei Hauptursachen stellen Erkrankungen dar und Diese sollten durch den Arzt diagnostiziert und therapiert werden. Da man nicht sofort zum Arzt geht, sollte man aber zur Sicherheit sein Schuppenshampoo nicht auf dem freien Markt (Drogerien, Supermärkten oder Kosmetikstudio) kaufen, sondern in der Apotheke seines Vertrauens. Man sollte wenigsten über diese Problematik diskutieren und sich kompetent beraten lassen. Nicht immer ist eine unkontrollierte Handlung (der Kauf eines Präparates, welches nach Auffassung des Gerichtshofes kein Arzneimittel darstellt aber nach Auffassung von versierten Fachleuten noch immer ist) sinnvoll und effektiv. 

Sie als Verbraucher können nicht einschätzen, welche Gefahren Ihnen zugemutet werden, fragen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit immer nach und dieses können Sie nur dort, wo eine gute Ausbildung Grundvoraussetzung ist.

Die Zusammensetzung, Verwendung und Auslobung von Kosmetika und Arzneimittel sind Inhalt verschiedener europäischer und landesspezifischer Gesetze, Verordnungen und Richtlinien. Sie sind hinsichtlich der Abgrenzung der beiden Produktgruppen nicht ganz eindeutig, so dass sich hier mit der Zeit eine Grauzone entwickelt hat. Wie Sie an meinem Beispiel ja sehen und lesen konnten. Dieses Beispiel macht deutlich, dass nicht immer alles gut ist, was auch rechtens ist.

"In diesem Sinne."         

Und noch was! Mittel, die zur Beeinflussung der Körperformen (z.B Büstenmittel, Diätika) bestimmt sind, zählen ebenfalls zu den Arzneimitteln, weil ein tiefer Eingriff in die Körperfunktionen mit körperformender Wirkung gegeben ist. Mal sehen wie lange noch?